Männerwanderung 2009 in den Vogesen aus der Sicht eines Teilnehmers!

Treffpunkt Freitag 6:30 an der Kirche.
Einer hat verschlafen, kommt 10 min später, ein anderer reagiert erst als wir vor der Haustüre stehen. Es ist 7:02, Originalton "zäher Start". Aber keiner ärgert sich darüber, warum auch, es wird uns nichts anbrennen.

9:47 Auberge zum kalten Wasen 1136m, Einkehr zu einem Kaffee, es sind allerdings nur noch fünf verfügbar.
Dann also ein heißer Tee, draußen ist vielleicht ein Nebel.
5 min später sind wir an unserer Herberge.

Wir machen eine Runde um den Petit Ballon, es ist ganz schön kalt. Aber wir haben einen gemütlichen Weg ohne viel Steigung. Interessant die fast alpine Natur.
Auberge Ried 13:04
Die Bedienung spricht fast kein Deutsch. Aber mit etwas verhandeln bestellen wir schließlich alle das gleiche: Das Menu des Hauses. -Menü war weltklasse, Nachtisch ein Süßkäse mit Kirschschnaps (der wird uns das ganze Wochende verfolgen) oder Heidelbeerkuchen Tarte.
Beim Verlassen der Wirtschaft bedeutet mir die Bedienung, ihrer Chefin zu sagen wie gut sie deutsch kann. Dem komme ich lachend nach, schließlich haben wir uns prima verständigt.

Der Nebel hat sich gelichtet, wir ziehen durch eine atem-beraubende Natur und eine erstaunliche Artenvielfalt.
An einer Stelle treffen wir auf Modellflieger, so was ist immer
faszinierend.
16:16 Petit Ballon 1272m - es ist wieder neblig, trotzdem ist die Landschaft wunderschön.
17:20 Ankunft Auberge Rothenbrunnen. Diskutieren über morgige Wanderung. Eigentlich ist geplant hin und zurück zu laufen - insgesamt 28km. Aber wir sind nicht daheim in unserem mittleren Schwarzwald, wo die Wege bequem und eben sind, hier weht doch ein anderer Wind.
Einigen uns darauf, ein Auto ans morgige Ziel zu stellen und das tun wir dann auch.
Um 19:00 sitzen wir dann zusammen in der Gaststube. Ein reichhaltiges Abendessen wird uns gereicht, mit Vorspeise und Nachtisch. Dass es wieder Kassler ist, wie heute nachmittag, was tuts? Trinken zusammen einen schönen Wein Cotes du Rhone. Am Ende geht es uns allen gut und wir werden heute Nacht sicher gut schlafen.Nachdem die meisten ins Bett gegangen sind, kaufen wir noch eine
zusätzliche Flasche. Man sitzt eben sehr gemütlich.

Männer am Stammtisch

Samstag - 8:00 Frühstück, Losung und los geht's.
Auch heute tolle Landschaft, Ulrich führt uns die Strecke zielsicher, schließlich hat er sie bereits mit dem Fahrrad abgefahren. Unser Weg führt auch durch Bannwald, silber-graues Totholz ragt in den Himmel. Kinzkopf 1330m
Nach 4 1/4 Stunden um 14:40 sind wir am Ziel, die Füße tun weh, das Gelände ist für meine Begriffe doch recht unwegsam, immer wieder Wurzeln und Geröll.
Ferme Auberge du Tres - Ferme Auberge darf sich hier nur der nennen, der min. 50% selbst produziert.
Super genial sitzen wir draußen auf der Terasse.
Chefe Jean-Paul ist sehr kommunikativ. Spricht ein tolles Elsässisch.Führt uns durch seinen ganzen Betrieb, hat 75 Milchkühe und einen Angestellten, der den Käse macht. Zweierlei Käse gibt es: Munster und Bergkäse. Außerdem hat er eigenen Butter, Milch und Sahne.Schweine liefern Speck, verschiedene Würste und Trockenfleisch.
Alle Produkte vertreibt er über seine Wirtschaft. Sechs Tonnen Käse und zehn Tonnen Fleisch erzeugt und vertreibt er jährlich.Schnaps brennt er auch selbst.Seine Familie betreibt diese Art von Betrieb schon seit Generationen.
Bekommen eine Fleischpastete mit Kraut und Möhrensalat. Danach etwas Käse und einen Gewürztraminer.
Nach der Führung schenkt er uns einen eigenen Himbeer-schnaps ein. Auf Nachfrage hat dieser 48% Alkohol.
Als Nachtisch Blaubeereis mit einer Sahne, die fast wie Butter ist.Am Ende sind alle froh, dass wir nicht mehr den ganzen Weg zurück gehen müssen.
Eine Stunde vor unserer Herberge lässt uns Mäffis raus und wir können noch etwas unsere fetten Speisen verdauen.
Eine wunderbare Abendsonne lässt uns vor dem Haus noch eine Weile ausharren.

Noch eine Anmerkung zum Essen: nachdem wir bei Jean-Paul es gerade noch abbiegen konnten, dass er uns ein Kassler reichte, war Mäffis bei Ankunft gleich so schlau, nachzufragen was es heute Abend geben sollte: Fleischpastete. So konnte er es noch umstellen auf Vesper. Das Vesper ist reichhaltig, bestellen gleich 3 verschiedene Weine. Vor dem Haus "trinken" Ulrich undMäffis eine Zigarette, die meisten gehen mit raus um das Abendrot anzusehen. Der Wein sorgt für gute Stimmung. Süßkäs mit Kirschwasser ist der Nachtisch der Wahl, jedenfalls bei einigen.Bestellen einen Pinot Noir, der uns gekühlt serviert wird. Eigentlich war der Cotes du Rhone besser.Die Stimmung bessert sich zusehend.Hans fragt: so war's noch nie. Inwiefern? Dass wir noch nie so viel
gesoffen haben. Es ist aber immer noch so, dass jeder das Wort "Artikulationsprobleme" ohne ebendiese aussprechen kann.

Sonntag: Sitzen alle frisch beim Frühstück. Hat jemand Kopfweh? Keiner!
Fahren mit dem Auto rüber unter den Grand Ballon. Zu Fuss machen wir eine große Runde um den Grand Ballon.
Schrecklicher Abstieg zum Lac du Ballon und dann immer stetig wieder hoch. Hier ist die Artenvielfalt viel kleiner als an den Vortagen, wir fragen uns warum.
13:30 Ferme Auberge du Grand Ballon. Diesmal esse ich nichts. Wir haben in der letzten Zeit so üppig gegessen, dass ich keinen Bedarf verspüre.Trinke mit Jörg einen Kaffee.
Dann hoch auf den Grand Ballon, tolle Aussicht wir haben richtiges Glück mit dem Wetter.Die Rheinebene liegt wie ein blauer Teppich vor uns.

War ein schönes Wochenende, immer gute Stimmung, wir haben uns gut verstanden.
Na dann bis zum nächsten Mal.

Micha