Bericht und Bild:
Rolf Rombach

Verabschiedung von Klaus, Monika, Mareike, Anika und Desiree Nagel am Sonntag im Gottesdienst

Nach 13 Jahren Arbeit in der evangelischen Kirchengemeinde Schiltach verlässt Familie Nagel ihren seitherigen Wirkungsort. Diakon Klaus Nagel tritt zum 1. Oktober in Schriesheim-Altenbach eine neue Stelle an. In der neuen Gemeinde wartet auf ihn, so gewollt, neben der Jugendarbeit eine verstärkte Verkündigungs- und Kasualarbeit. Die Verabschiedung von Familie Nagel erfolgte nun am Sonntag im Gottesdienst in der Stadtkirche. Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Gerhard Bühler, nannte in seiner einleitenden Begrüßung Wehmut, Erinnerung, Hoffnung und Zuversicht die Kennzeichen dieses Abschiedes. „Wir sind gewiss, dass Christus die scheidende Familie Nagel in die neue Stelle begleiten wird“, bekannte er hoffnungsvoll.

In der Einleitung zu seiner „letzten Predigt in Schiltach“ bat Diakon Nagel alle jene um Verzeihung, „die wir falsch behandelt oder verletzt haben“, dankte allen Wegbegleitern der 13 Jahre und allen, die mitgewirkt haben, dass Christusbekenntnisse entstanden sind, und wies auf den Abschiedsschmerz und zugleich auf den notwendigen Prozess des Loslassens hin. In seiner Predigt sprach er über ein Paulus-Wort. Mit Vehemenz stellte er fest „Wer mit seinem Munde bekennt, dass Jesus der Herr ist und an seine Auferstehung glaubt, wird gerettet. Wer dies von Herzen glaubt wird gerecht.“ In diesem Wort sieht er weiterhin eine Maxime für sein Wirken. „Die Gemeinde und auch das Dekanat bedauern den Weggang von Familie Nagel, respektieren aber diese Entscheidung“, sagte der Offenburger Dekan Frank Wellhöner in seiner Ansprache. Er nannte Klaus Nagel einen engagierten und innovativen Diakon mit „Ecken und Kanten“, der stets klare Positionen aus dem Glauben heraus bezogen habe. Beispielhaft erinnerte er an die Jugendarbeit, die Freizeiten, die Realisierung des Internetcafés, die Familien- und Impulsegottesdienste und nicht zuletzt an die gute Zusammenarbeit mit Pfarrer Christoph Glimpel und dem Kirchengemeinderat. Klaus Nagel habe das Leben mit andern geteilt und sei gerne mit Menschen unterwegs gewesen. Er hatte auch Dienstaufträge in Schenkenzell und Wolfach. Monika Nagel, die Ehefrau, so erinnerte der Dekan, sei zwölf Jahre hauptamtliche Kirchendienerin in der Schiltacher Stadtkirche gewesen, in der zweitgrößten evangelischen Kirche in Baden. Als Kirchendienerin „hat Monika Nagel Maßstäbe gesetzt“, und überdies habe sie sich bei vielen weiteren Anlässen segensreich und helfend eingebracht. „In Schriesheim-Altenbach freuen sich die Menschen erwartungsvoll auf die Nagels“, bekundete der Dekan. Der Schiltacher Gemeinde empfahl er, auf dem von Familie Nagel gelegten Grund weiter zu bauen. Dekan Wellhöner, Pfarrer Glimpel und Gerhard Bühler segneten zum Abschied Klaus und Monika Nagel und ihre drei Töchter Desiree, Mareike und Anika.

In den drei Grußworten von Pfarrer Glimpel und Kirchen-gemeinderatsvertretern, den Jugendvertretern sowie der Stadt und des Gemeinderates wurde das Wirken von Familie Nagel noch einmal aus unterschiedlicher Sicht beleuchtet, Dank abgestattet und Präsente überreicht. Pfarrer Glimpel wies mit einer originellen Ballsymbolik auf die Jesusbegeisterung und die „Schaffung von Jugend“ von Klaus Nagel und auf die weit über das Soll geleistete Betreuungsarbeit von Monika Nagel in der „Johanneskirche“, der Stadtkirche, hin. Die Jugendvertreter erinnerten an die vielen hilfreichen Ratschläge und die vielen Aktivitäten, die durch die Nagels gegeben oder initiiert wurden. Bürgermeisterstellvertreter Michael Buzzi nannte Klaus Nagel einen Profi, der durch planvolles Handeln vielen Jugendlichen Heimat und Halt gegeben und überdies zusammen mit seiner Frau kirchliche Kulturarbeit geleistet habe. „Familie Nagel hat im Städtle Spuren und Prägungen hinterlassen, für die wir dankbar sind“, schloss Buzzi.

Pfarrer Glimpel übernahm liturgische Teile des Gottesdienstes, Ute Gebele die Evangeliumslesung und Jugendliche übernahmen die Fürbitten. Der Jugendchor unter Karola Feger und Desiree Nagel hatten mehrere Auftritte. Der Orgelpart des Gottesdienstes lag bei Kantor Detlev Zeller. Nach dem Gottesdienst fand ein Stehempfang statt, bei dem die Gemeindemitglieder Gelegenheit hatten, persönlich von Familie Nagel Abschied zu nehmen. Die Einführung von Diakon Nagel in Schriesheim-Altenbach ist am Sonntag, 17. Oktober, um 16 Uhr in der dortigen Kirche. Die Schiltacher Diakonstelle wird wieder besetzt. Sie wird in nächster Zeit im Gesetzes- und Verordnungsblatt der Landeskirche ausgeschrieben. Der Kirchendienerdienst wird vorübergehend ehrenamtlich versehen.

Abschied Familie Nagel 26.09.2010

Abschied von Familie Nagel (von links):
die Töchter Desiree und Mareike, Monika Nagel, Diakon Klaus Nagel, Tochter Anika, Dekan Frank Wellhöner, Kirchen-gemeinderatsvorsitzender Gerhard Bühler und Pfarrer Christoph Glimpel.

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Gedanken von Pfarrer Dr. Christoph Glimpel im Nachrichtenblättle vom 30.09.2010


Liebe Gemeindeglieder!

Das Wohnmobil der Familie Nagel hat das Schiltacher Stadtbild über Jahre hinweg (selbstverständlich an jeweils unterschiedlichen Stellen) geprägt. Selbst für uns Glimpels, die wir ja erst seit 3 Jahren hier sind, ist es kaum wegzudenken. Aber es gehört eben zum Wesen eines Wohnmobils, dass es irgendwann weiter ziehen – besser: weiter fahren – muss. Und darin mag es uns als Gleichnis der christlichen Existenz dienen: „Wir haben hier keine bleibende Stadt“ (auch wenn wir uns noch so sehr daran gewöhnt haben), „sondern die zukünftige suchen wir“ (Hebr 13,14).

Diese grundsätzliche geistliche Mobilität christlichen Lebens besagt freilich nicht, dass die Stationen unserer Reise egal sind, ganz im Gegenteil! Gerade für das Reisen mit dem Wohnmobil gilt ja auch: „Der Weg ist das Ziel!“ Und so bewegen uns in diesen Tagen des Abschieds zweierlei Dinge: das, was das Wohnmobil hinterlässt und die Tatsache, dass es nun unwiderruflich weiterfährt. Für das erste sind wir von Herzen dankbar (und ich denke da unter vielen anderen Dingen an eine lebendige Jugendarbeit und eine liebevoll gepflegte Kirche samt Gemeinderäumlichkeiten), und für die Weiterfahrt wünschen wir Klaus, Monika, Mareike, Anika und Desiree Nagel Gottes reichen Segen!

Zum Trost sei erinnert: In Christus bleiben wir mit ihnen verbunden und sind ihre Reisegenossen, denn „die zukünftige Stadt“ (das himmlische Jerusalem) ist unser gemeinsames Ziel.

Ihr Pfarrer Dr. Christoph Glimpel