Gemeindeversammlung am 29.05.2011 mit Rückblick, Vorschau und vielen Anregungen.

„Unsere Kirchengemeinde ist ein gut funktionierendes Mehr-generationenhaus mit Vielfalt, Tiefgang und einem tragfähigen und ehrlichen sozialen Netzwerk“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gemeindeversammlung Axel Rombach, als er am Sonntag in der evangelischen Stadtkirche die teil-nehmenden Gemeindemitglieder begrüßte und zugleich die Versammlung eröffnete. Er zeigte sich erfreut über die Teilnahme, „denn die Versammlung ist eine gute Möglichkeit, aus „erster Hand“ Informationen zu erhalten, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben“. Das Vorsitzendenamt war vakant, da der seitherige Amtsinhaber Klaus Schleinitz in den Kirchengemeinderat gewählt worden war und daher den Vorsitz aufgeben musste. Im Verlauf der Gemeinde-versammlung wurde Michael Pflüger zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Ursula Buzzi, die dem Regionalkirchenrat angehört, machte den Anfang der Berichterstattungen aus dem Kirchengemeinderat. Sie informierte, dass trotz zweimaliger offizieller Ausschreibung durch die Landeskirche und dreimaliger persönlicher Bemühungen die vakante Schiltacher Diakonstelle immer noch nicht besetzt werden konnte. Ebenso sei die Stelle des Hausmeisters und Kirchendieners immer noch unbesetzt. Die anfallende Arbeit werde derzeit von Ehrenamtlichen versehen. Ursula Buzzi appellierte erneut, bei der Suche nach einer geeigneten Person für die Hausmeister- und Kirchendienertätigkeit mitzuhelfen.

Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Gerhard Bühler, informierte, dass derzeit zusammen mit einem Architekt und einem weiteren Gebäudesanierungsexperten ein Gesamtkonzept für die künftige Gestaltung des Martin-Luther-Hauses erarbeitet werde. Es solle hierbei ein zukunftsfähiges „Werk aus einem Guss“ geschaffen werden, das im Blick auf die Finanzierung in vier zeitlich versetzten Bauabschnitten realisiert werden könne. Die beabsichtigte Kirchenraum-Neugestaltung sei aus finanziellen Gründen dagegen zunächst zurückgestellt.

Ute Gebele, Mitglied des Kindergartenausschusses, erinnerte an die im Zusammenwirken mit der Stadt Schiltach erfolgte Einrichtung einer Kinderkrippe für Unter –Dreijährige im Kindergarten „Zachäus“, dessen Trägerin die Kirchengemeinde ist. Auch der gesamte Sanitärbereich im Erdgeschoss sei saniert worden. Lob galt der Kirchengemeinde, der Stadt, den Erzieherinnen, den Eltern und allen weiteren Beteiligten und Förderern für alle Hilfe und alles Verständnis. Ab 2013 bestehe übrigens für die Unter-Dreijährigen ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz.

Pfarrer Christoph Glimpel  wies darauf hin, dass sein Konfirmandenunterricht künftig sowohl erfahrungs- und erlebnisorientiert, aber auch lernorientiert sein werde. Beispielsweise werde das Auswendiglernen wieder verstärkt mit aufgenommen. Die Konfirmandeneltern würden durch vier Glaubenskurse mit einbezogen. Solche Kurse seien bereits praktiziert worden und hätten sich bewährt.  Er erläuterte die Abendmahl-Liturgie, die neben der traditionellen Form, seit geraumer Zeit auf Wunsch von Gemeindemitgliedern auch Gesänge mit aufnehme. Glimpel bot der Gemeinde an, künftig bei den Beerdigungen den Trauergottesdienst in der Kirche erst nach dem Friedhofsteil zu halten, so wie es in früheren Zeiten praktiziert worden sei.  Dies sei aber nur ein Angebot, das noch eingehend in der Gemeinde diskutiert werden müsse.

Es gab aus der Mitte der Versammlung verschiedene Anregungen, die als Anträge formuliert und vom Kirchengemeinderat behandelt und beschieden werden. Es wurde beantragt, die Diakonstelle auch am „Schwarzen Brett“ der Ausbildungseinrichtungen auszuschreiben und auch die persönlichen Bemühungen fortzusetzen.  Der Wunsch nach öffentlichen Sitzungen des Kirchengemeinderates wurde als Antrag erneut vorgetragen. Die Transparenz und die Informationsmöglichkeit sollen dadurch gestärkt werden. Ein weiterer Antrag möchte die Pläne der Neugestaltung von Martin-Luther-Haus und Kirchenraum möglichst bald veröffentlicht sehen, um die Gemeindemitglieder und weitere Interessierte rechtzeitig mit den vorgesehenen Maßnahmen vertraut zu machen und um eventuell dadurch bereits im Vorfeld Spender zu gewinnen. Kontrovers diskutiert wurde das Angebot von Pfarrer Glimpel, die derzeitige Reihenfolge von Trauergottesdienst in der Kirche und Friedhofteil  bei Beerdigungen „umzudrehen“. Es wurde deutlich, dass hier noch dringend weiterer Diskussionsbedarf besteht. Ein weiterer Antrag will den Hauptgottesdienst an Karfreitag um 15 Uhr sehen, da dies die Todesstunde von Jesus gewesen sei.

Axel Rombach dankte am Ende der Versammlung dem neu gewählten Vorsitzenden Michael Pflüger für seine Bereitschaft zur Amtsübernahme, wünschte ihm ein erfolgreiches Wirken und sagte ihm seine Unterstützung zu. Dank sagte Rombach im Namen der Gemeindemitglieder auch allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirchengemeinde für ihren wichtigen Dienst.

Gemeindeversammlung 2011

Von links: der stellvertretende Vorsitzende der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde Schiltach Axel Rombach, der scheidende Vorsitzende Klaus Schleinitz, Pfarrer Christoph Glimpel und der neue Vorsitzende Michael Pflüger.

Bericht und Foto: Rolf Rombach