Monatssprüche
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    Monatssprüche

    April 2021

    Viele von uns lieben Bilder und halten besondere Momente gerne fotografisch fest: schöne Ereignisse und Erlebnisse, herrliche Ausflüge und Urlaubstage, die kleinen und großen Entwicklungsschritte unserer Kinder, Erfolge und Feste …

    Bilder helfen, Erinnerungen wach zu halten und anderen Anteil zu geben, an dem, was einem persönlich im Moment bewegt. Und doch bilden Fotos die Realität nur bruchstückhaft ab. Sie zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des großen Ganzen. Sie lassen die reale Farbenpracht allenfalls erahnen. Das Rauschen des Meeres und der herrliche Blütenduft fehlen ganz. Und nicht zuletzt ist das Bild oft unscharf und der entscheidende Moment wurde verpasst.

    Viele lieben Bilder und doch sind Bilder oft unzureichend. Gott weiß das. Deshalb sagt er: „Du sollst dir kein Bildnis machen.“ Denn das klappt nicht. Das wird immer bruchstückhaft und ungenügend sein. Nicht wir sollen uns ein Bild von Gott machen, sondern Gott selbst gibt sich uns in Bildern zu erkennen. Denn Gott weiß, dass wir Bilder lieben und Bilder brauchen zum Erinnern und zum Verstehen.

    Deshalb redet die Bibel in vielen Bildern von Gott. Sie gibt uns quasi ein ganzes Fotoalbum an die Hand, in dem wir Bild für Bild, Seite für Seite Gott immer besser kennen lernen: als Fels, der Halt gibt (Psalm 89,27) als Burg, die schützt (Psalm 18,3), als guten Hirten, der leitet und umsorgt (Psalm 23), als Sonne, die Licht und Wärme ausstrahlt (Psalm 84,12) …

    Und das entscheidende Bild das gibt Gott uns in Jesus Christus: „Er ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“ (Kolosser 1,15). Mit Jesu´ Leben und Leiden, seinem Reden und Handeln gibt Gott uns quasi ein umfassendes Selbstportrait von sich. Und mehr als das. Mit Jesus zeigt Gott uns, wie er ist und was ihm wichtig ist.

    Bestimmt werden auch über die Ostertage wieder viele Bilder entstehen. Wir haben dabei die Wahl, was wir (fotografisch) festhalten und welche Perspektive wir wählen. Richten wir unseren Fokus auf das Schöne oder auf das Schwere? Auf das, was uns ärgert oder auf das, was unser Herz erfreut?

    Ich möchte mich von dem Lied von Arno Pötzsch und Christian Lahusen leiten lassen:

    Werde österlich, mein Herz!

    Lass Dir gar nicht grauen!

    Schau ins Licht, nicht erdenwärts!

    Wirf ins Grab Leid, Tod und Schmerz!

    Lerne Gott vertrauen.

    Diakonin Susanne Bühler

    März 2021

    „Reden ist Silber und Schweigen ist Gold“, sagt ein Sprichwort. Das stimmt. Manchmal. Manchmal wird viel zu viel geredet und dabei zu wenig gesagt. Es wird viel lamentiert und gemutmaßt, provoziert und gelästert. Hinterher tut es einem dann leid, oder auch nicht. Aber was gesagt wurde, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ja, manchmal wäre Schweigen besser gewesen.

    Aber es gibt auch andere Situationen. Da kann und darf nicht geschwiegen werden. Wenn offensichtlich Unrecht geschieht, Unfrieden gestiftet wird, „fake-news“ verbreitet werden, auf Kosten Dritter gelacht wird… Es gibt viele weitere Situationen, wo Schweigen unmöglich ist. Hier muss der Mund aufgemacht werden für die Wahrheit, für Frieden und Gerechtigkeit, für Respekt und Wertschätzung, auch wenn dies oft nicht leicht ist. Da gehört viel Mut dazu.

    Und Schweigen ist auch dann unmöglich, wenn Dankbarkeit und Glück, Freude und Begeisterung überschäumen, so wie bei den Jüngern. Im Lukasevangelium, Kapitel 19 lesen wir, wie die Jünger auf dem Weg nach Jerusalem in lauten Jubel ausbrechen. Sie loben Gott für all seine guten Taten und Wunder, die sie erlebt haben. „»Gelobt sei er, der König, der im Namen des Herrn kommt!« riefen sie. »Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!« Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. »Meister«, sagten sie zu Jesus, »verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!«“ (Lk 19,38f.) Darauf antwortete Jesus, und das ist der Monatsspruch für März: „Ich sage euch: Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien.“ (Lk 19,40)

    Es gibt Dinge, die müssen einfach gesagt werden. Manche Nachrichten verbreiten sich, ob wir reden oder schweigen, z.B. die frohe Nachricht von Jesus Christus. Sie wird kundgetan und wenn die Steine sie hinausposaunen. Es finden sich immer Wege. Für Gott ist nichts unmöglich.

    Ich möchte im März bewusster darauf achten, was ich sage und wie ich es sage. Ich möchte mich dabei von diesem Vers aus dem Brief des Paulus an die Epheser leiten lassen: „Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.“ (Eph 4,29)

    Diakonin Susanne Bühler


    Februar 2021

    Sprechzeiten

    „Ich habe es mir aufgeschrieben“, höre ich meinen Gesprächspartner sagen. Und ich weiß: es steht fest. Der andere nimmt sich zum vereinbarten Termin Zeit für mich. Der andere kümmert sich um mein Anliegen. Das freut mich. Ich notiere es mir ebenfalls, damit auch ich daran denke und es nicht vergesse.

    „Freut euch, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind!“ So lautet der Monatsspruch für Februar. Freut euch, denn Gott nimmt sich Zeit für euch. Er hat unsere Namen notiert, weil jeder einzelne ihm wichtig ist. Wir können im Gebet zu ihm kommen. Er hat Zeit am Morgen und am Abend. Wenn wir an einer roten Ampel warten oder Kochen. Wann immer wir uns Zeit nehmen für Ihn, hat Gott Zeit für uns.

    „Der Herr denkt an uns und segnet uns“, so singen es die Kigo- und Jungscharkinder am Ende eines jeden Treffens. Der Herr denkt an uns, auch jetzt, wenn wir dies nicht gemeinsam singen können. Er verliert uns nicht aus dem Blick. Er sieht, was uns beschäftigt und hört uns aufmerksam zu, wenn wir ihm dankend, bittend und klagend all das hinlegen, was uns in diesen Tagen und Wochen umtreibt. Und vielleicht können wir dann etwas spüren, von dem, was Johanna und Melanie Schmidt in ihrem Lied beschreiben: „Vor dir kommt mein Herz zur Ruhe. Vor dir atmet meine Seele auf. (…) Vor dir mach ich meine Fäuste auf. Vor dir darf ich deine Wahrheit sehn. Vor dir müssen alle Schatten fliehn. Vor dir. In deinem Licht will ich leben und (…) dir mein Leben anvertraun.“

    Auf unseren Sommerfreizeiten sind wir jeden Morgen mit einer Andacht und dem Lied „Hell strahlt die Sonne“ gemeinsam in den Tag gestartet. (An dieser Stelle schicke ich ganz herzliche Sommer-Erinnerungsgrüße an euch, die ihr dabei wart und jetzt sicherlich anfangt zu singen J) Und am Abend haben wir den Tag gemeinsam beschlossen mit diesem Gebet, welches ich Euch und Ihnen gerne als Abendgebet für diesen Monat mitgeben möchte:

    Am Ende dieses Tages geben wir dir zurück, was du uns gegeben hast.

    Nimm von uns alle Last und bleibe bei uns mit deiner Kraft.
    Vergib uns die Worte, die wir zu viel gesprochen haben,
    und die wir hätten sagen sollen.
    Verzeih uns, wenn wir anderen zur Last gefallen sind
    und hilf uns zu tragen, wo sie es uns schwer gemacht haben.
    Schenk Ruhe unserer Seele und Richtung unseren Gedanken.
    Sei bei den Menschen, die wir lieb haben und halte sie und uns bei dir.
    Schenk uns einen guten Schlaf und lass uns in deinen Armen ruhen.
    Amen

    Diakonin Susanne Bühler


    Januar 2021

    Monatsspruch Januar

    Silvester war viel ruhiger als sonst. Viel weniger Silvesterknaller als in den letzten Jahren haben den Himmel erhellt. Dafür leuchteten die Sterne hell und klar. Sie wurden nicht vom Silvesternebel verdunkelt, sondern leuchteten sichtbar die ganze Nacht hindurch.

    "Viele Menschen fragen: »Wer wird uns bessere Zeiten bringen?« Lass das Licht deines Angesichts über uns leuchten, Herr!" Diese Frage und Bitte aus dem 4. Psalm stehen als Monatsspruch über dem Beginn des neuen Jahres. Eine Frage, die sicherlich viele Menschen beschäftigt, mehr denn je. Der Psalmbeter sucht nicht selber eine Antwort auf die Frage. Er fängt nicht an zu spekulieren, sondern wendet sich vertrauensvoll bittend an Gott. "Lass das Licht deines Angesichts leuchten über uns." Herr, wende dich uns freundlich zu, sodass wir wieder neue Hoffnung haben können.
    Vielleicht war die sternenklare Silvesternacht Gottes Antwort auf diese Bitte. Vielleicht war die sternenklare Silvesternacht Gottes Zeichen, dass er unsere Gebete, unser Fragen und Bitten hört, im neuen wie im alten Jahr.

    In diesem Sinn wünschen wir Ihnen ein segensreiches Jahr 2021. Gehen Sie im festen Vertrauen auf Gottes barmherzige, Hoffnung gebende Gegenwart durch das neue Jahr. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

    Diakonin Susanne Bühler