Monatssprüche
    Sie sind hier: Startseite > Monatssprüche

    Monatssprüche

    August 2021

    „Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!“ (2 Kön 19,16) So betet König Hiskia in einer ausweglosen Lage. Sein Volk ist von der übermächtigen assyrischen Armee umgeben. Der König von Assyrien verbreitet Angst und Panik und schaut spöttisch auf das Volk Israel und ihren Glauben. In dieser furchtbaren Situation wendet sich König Hiskia an Gott. Er legt seine ganze Ohnmacht und seine ganzen Fragen Gott hin und bittet ihn: „Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!“

    Muss man Gott dazu auffordern, hinzusehen und hinzuhören? „Der liebe Gott sieht und hört doch alles.“ Vielleicht ist es so, wie bei einem Kind, das einen Unfall hatte und ins Krankenhaus musste. Die Mutter des Kindes hatte den Vater bereits informiert. Der Vater wusste Bescheid. Und trotzdem hört er aufmerksam zu, als sein Kind ihm später aus seiner Perspektive von den Geschehnissen des Tages erzählt. Er lässt sich den Verband zeigen und die Wunden. Er sieht und hört genau hin. Denn es interessieren ihn nicht nur die Fakten, sondern vor allem wie es seinem Kind geht.  Und er weiß, wie wichtig es für sein Kind ist, erzählen zu dürfen und jemanden zu haben, der zuhört und es erst nimmt in dem, was es beschäftigt. Das stärkt die Beziehung und zeugt von Vertrauen. Es hilft dem Kind zu verarbeiten und dem Vater zu verstehen.

    Und ich? Bin ich ein aufmerksames Gegenüber? Manchmal ja, manchmal nein. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie meine Augen und Ohren und Gedanken abschweifen. Dabei wünschen wir uns doch alle, gehört und gesehen, wahr- und ernstgenommen zu werden. Zwischenmenschlich gelingt das nicht immer, doch auf Gott ist Verlass.

    „Der liebe Gott sieht und hört alles.“ Das sollte nie eine Drohung sein. Das ist vor allem tröstlich. „Du verstehst meine Gedanken von ferne. (…)  Du (bist) um mich und siehst alle meine Wege.“ (Psalm 139,2+3) Gott sieht, wie es mir geht. Ihm kann ich mich anvertrauen und alles sagen, was mir auf dem Herzen liegt. Ganz offen und ehrlich. Er hört zu. Das hilft mir meine verworrenen Gedanken zu ordnen, belastende Situationen zu reflektieren und bedrückende Erlebnisse zu verarbeiten. Auch wenn Gott nicht immer gleich und schon gar nicht immer so antwortet, wie ich es gerne hätte. Entscheidend ist, dass er mich nicht alleine lässt, sondern immer ein Auge auf mich und ein Ohr für mich hat und mir seine volle Aufmerksamkeit schenkt.

    Diakonin Susanne Bühler


    Juli 2021

    Es ist Juli. Die Sonne scheint jetzt wieder öfter. Viele freuen sich, dass ein Stück Normalität zurückkehrt und wieder Ausflüge möglich sind. Die Sommerferien nahen. Die Reisezeit beginnt. „Fahre nicht schneller als dein Schutzengel fliegen kann,“ lese ich auf einem Auto. Warum hat der Besitzer diesen Spruch wohl auf sein Fahrzeug geklebt? Will er die anderen Fahrer zu einer vernünftigen Fahrweise mahnen? Glaubt er an Engel oder an Gott? Verleiht dieser Spruch dem Wunsch nach Begleitung und Bewahrung Ausdruck?

    Den Wunsch nach Begleitung und Bewahrung nimmt auch Paulus auf seiner zweiten Missionsreise in Athen wahr. Als er durch die Stadt geht, sieht er zahlreiche Altäre und Statuen von Persönlichkeiten und Göttern, die den Menschen wichtig sind bzw. die sich selbst für wichtig und anbetungswürdig halten. Paulus spürt die Sehnsucht, die dahintersteckt. Die Sehnsucht nach Begleitung und Bewahrung. Die Sehnsucht nach Beistand in allen Lebenslagen. Und Paulus spürt auch die Angst der Athener. Werden sie den Göttern und einflussreichen Personen auch gerecht? Schaffen sie es, sie gnädig zu stimmen? Um auf Nummer sicher zu gehen, haben die Athener sogar einen Altar für den „unbekannten Gott“ errichtet.

    Diesen Altar „für den unbekannten Gott“ nimmt Paulus als Aufhänger für seine Rede auf bzw. vor dem Areopag, dem Versammlungsort und Aufsichtsrat der Stadt. Paulus sagt: „Ihr habt den „unbekannten Gott“ angebetet, ohne zu wissen, wer er ist, und nun möchte ich euch von ihm erzählen.“ (Apg. 17,23) Und Paulus erzählt von dem einen Gott, der nach jüdisch-christlicher Überzeugung der einzig wahre Gott ist. Er sagt – und das ist der Monatsspruch für Juli – „Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. In ihm leben, weben und sind wir.“ (Apg. 17,27)

    Was für ein schönes Bild, das Paulus da wählt. Gott, der unseren Lebensteppich durchwebt und mitgestaltet. Wie ein roter Faden zieht er sich durch den Flickenteppich unseres Lebens durch: Halt und Orientierung gebend, wärmend und unaufhörlich. Er ist nicht nur dort, wo wir an unsere Grenzen stoßen und wo unser Wissen und Begreifen aufhört, sondern er ist mitten im Leben eng mit uns verbunden.

    „Fahre nicht schneller als dein Schutzengel fliegen kann.“ Wenn ich den „Schutzengel“ als Boten Gottes begreife, dann gibt es kein „zu schnell“. Gott wird immer mitkommen bzw. wird mir sogar vorauseilen, egal wie schnell ich unterwegs bin. Doch das ist kein Freifahrschein für rasante Unvernunft und auch kein Garant dafür, dass immer alles gut geht und es nicht auch einmal kracht. Auch Paulus hat Schiffsbruch erlitten und viel Unschönes und Schweres erlebt. Doch in und trotz allem wusste er sich von Gott getragen und begleitet. Er wusste, dass er sich in jeder Lebenslage an Gott wenden kann. Denn: „Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. In ihm leben, weben und sind wir.“ (Apg. 17,27)

    Diakonin Susanne Bühler


    Juni 2021

    „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“
    (Apg 5,29) - Der Monatsspruch für Juni hat es in sich.

    „Ich muss gar nichts!“ So würde vielleicht der ein oder die andere spontan darauf reagieren. Ja, „müssen“ und „gehorchen“ gehören nicht zu unseren Lieblingswörtern. Denn sie geben einen klaren Handlungsspielraum vor. Sie können wütend machen und trotzige Reaktionen hervorrufen. Gefährlich wird es, wenn sie mit Angst oder missbrauchter Macht einhergehen. Doch gefährlich kann es auch werden, wenn man nicht gehorcht. Diesbezüglich machen nicht nur Kinder die eine oder andere Erfahrung.

    „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Der ein oder die andere denkt sich dabei vielleicht auch: „Topp! Diesen Spruch muss ich mir merken.“ Kann man mit ihm doch hervorragend unerwünschte Diskussionen beenden, sich berechtigter Kritik entziehen und lästigen Aufgaben widersetzen. Und wer weiß, wie viel mit Bibelversen wie diesem schon gerechtfertigt und wie oft er zur Durchsetzung des eigenen Willens missbraucht wurde.

    Der Kontext dieses Bibelverses hilft dabei, ihn zu verstehen. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Das haben Petrus und die Apostel kurz nach Pfingsten gesagt. Sie wurden ins Gefängnis geworfen, weil sie Jesus Christus, den gekreuzigten und auferstandenen Herrn, verkündigten. Doch Gott sorgte dafür, dass sie auf wundersame Weise freikamen und weiter predigen konnten. Daraufhin wurden sie vor den Hohen Rat gebracht. Der Hohepriester fragte sie: „Haben wir euch nicht strengstens verboten, jemals wieder unter Berufung auf diesen Namen zu lehren? Und was macht ihr? Ganz Jerusalem ist inzwischen von eurer Lehre erfüllt!“ (Apg. 5, 28) Darauf antworteten Petrus und die Apostel mit unserem Monatsspruch: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Denn Jesus hatte sie beauftragt: „Gehet hin und lehret alle Völker.“ (vgl. Mt 28,19f.) Es stand also Aussage gegen Aussage. Die Apostel mussten sich entscheiden, wem sie gehorchen. Und die Apostel haben sich für Gott entschieden, für die Stimme der Liebe und des Friedens.

    Auch wir hören tagtäglich ganz schön viel: Verschiedene Nachrichten und Meinungen erreichen uns. Unser Gewissen meldet sich. Wir werden mit teilweise einander widersprechenden Interessen und Forderungen konfrontiert und müssen uns dazu verhalten. Immer wieder müssen auch wir uns fragen und entscheiden: Von wem oder was lasse ich mich leiten in meinem Tun und Lassen? Immer wieder müssen auch wir für uns prüfen, was gut und richtig und wichtig ist. (1.Thess. 5,21)

    Mein Blick fällt auf ein wwjd-Armband: What would Jesus do? Was würde Jesus tun? Wir können es nur vermuten. Aber darüber nachzudenken und verantwortungsbewusst und vertrauensvoll dementsprechend zu entscheiden und zu handeln, das wäre doch was.

    Diakonin Susanne Bühler


    Mai 2021

    Der Monatsspruch für Mai ist der Rat einer Mutter an ihren erwachsenen Sohn. Ihr Sohn ist der König von Massa und ihm sagt seine Mutter: „Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!“ (Spr. 31,8) Blase nicht einfach unreflektiert mit in das Horn der Lauten und Wortgewandten. Lasse dich in deinem Reden und Handeln nicht nur von den Starken und Mächtigen, von Populären und Gernegroßen leiten. Höre nicht nur das Vordergründige und nehme nicht nur das Offensichtliche wahr. Sondern sieh und höre genau hin. Höre auch die leisen Rufe und übersehe die Menschen nicht, die am Rand stehen, die verzweifelt und ängstlich, schwach und hilflos, niedergeschlagen, mutlos und einsam sind. „Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!“ Hilf denen, die sich nicht selbst helfen können. Tu deinen Mund auf für diejenigen, denen es die Sprache verschlagen hat, die mundtod gemacht wurden. Tritt für diejenigen ein, deren Recht, Leben und Würde mit Füßen getreten wird. Diesen Rat bekommt ein König von seiner Mutter mit auf den Weg.

    Viele Jahre später lebt und handelt auch Jesus nach diesem Grundsatz. Er sorgt dafür, dass Menschen wieder sehen und hören und reden können, dass sie wieder (an-) gesehen und gehört werden. Jesus geht zu denen, um die die anderen einen weiteren Bogen machen. Er stellt die in die Mitte, die von den anderen an den Rand gedrängt und geringgeachtet werden. Er handelt konsequent beherzt barmherzig und sagt: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, dem ihr folgen sollt. Handelt ebenso!“ (Johannes 13,15) Und schon können wir uns nicht mehr herausreden und auf diejenigen „da oben“ in den Führungspositionen zeigen, die sich doch für dies oder jenes einsetzen und stark machen sollen, die doch diese oder jene unterstützen sollen. Nein, wir alle sind gefragt, ein jeder an seinem Platz. Wir alle haben Menschen in unserem Umfeld, die uns brauchen. Menschen, die auf unsere wohlwollenden Worte und Taten warten, auf unsere Nähe, unser offenes Ohr und unseren Einsatz für sie und ihre Anliegen. Sorgen wir für Lichtblicke in diesen oft so trüben Tagen. Helfen wir mit, dass möglichst viele Menschen den Mai als Wonnemonat erfahren.

    Diakonin Susanne Bühler


    April 2021

    Viele von uns lieben Bilder und halten besondere Momente gerne fotografisch fest: schöne Ereignisse und Erlebnisse, herrliche Ausflüge und Urlaubstage, die kleinen und großen Entwicklungsschritte unserer Kinder, Erfolge und Feste …

    Bilder helfen, Erinnerungen wach zu halten und anderen Anteil zu geben, an dem, was einem persönlich im Moment bewegt. Und doch bilden Fotos die Realität nur bruchstückhaft ab. Sie zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des großen Ganzen. Sie lassen die reale Farbenpracht allenfalls erahnen. Das Rauschen des Meeres und der herrliche Blütenduft fehlen ganz. Und nicht zuletzt ist das Bild oft unscharf und der entscheidende Moment wurde verpasst.

    Viele lieben Bilder und doch sind Bilder oft unzureichend. Gott weiß das. Deshalb sagt er: „Du sollst dir kein Bildnis machen.“ Denn das klappt nicht. Das wird immer bruchstückhaft und ungenügend sein. Nicht wir sollen uns ein Bild von Gott machen, sondern Gott selbst gibt sich uns in Bildern zu erkennen. Denn Gott weiß, dass wir Bilder lieben und Bilder brauchen zum Erinnern und zum Verstehen.

    Deshalb redet die Bibel in vielen Bildern von Gott. Sie gibt uns quasi ein ganzes Fotoalbum an die Hand, in dem wir Bild für Bild, Seite für Seite Gott immer besser kennen lernen: als Fels, der Halt gibt (Psalm 89,27) als Burg, die schützt (Psalm 18,3), als guten Hirten, der leitet und umsorgt (Psalm 23), als Sonne, die Licht und Wärme ausstrahlt (Psalm 84,12) …

    Und das entscheidende Bild das gibt Gott uns in Jesus Christus: „Er ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“ (Kolosser 1,15). Mit Jesu´ Leben und Leiden, seinem Reden und Handeln gibt Gott uns quasi ein umfassendes Selbstportrait von sich. Und mehr als das. Mit Jesus zeigt Gott uns, wie er ist und was ihm wichtig ist.

    Bestimmt werden auch über die Ostertage wieder viele Bilder entstehen. Wir haben dabei die Wahl, was wir (fotografisch) festhalten und welche Perspektive wir wählen. Richten wir unseren Fokus auf das Schöne oder auf das Schwere? Auf das, was uns ärgert oder auf das, was unser Herz erfreut?

    Ich möchte mich von dem Lied von Arno Pötzsch und Christian Lahusen leiten lassen:

    Werde österlich, mein Herz!

    Lass Dir gar nicht grauen!

    Schau ins Licht, nicht erdenwärts!

    Wirf ins Grab Leid, Tod und Schmerz!

    Lerne Gott vertrauen.

    Diakonin Susanne Bühler


    März 2021

    „Reden ist Silber und Schweigen ist Gold“, sagt ein Sprichwort. Das stimmt. Manchmal. Manchmal wird viel zu viel geredet und dabei zu wenig gesagt. Es wird viel lamentiert und gemutmaßt, provoziert und gelästert. Hinterher tut es einem dann leid, oder auch nicht. Aber was gesagt wurde, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ja, manchmal wäre Schweigen besser gewesen.

    Aber es gibt auch andere Situationen. Da kann und darf nicht geschwiegen werden. Wenn offensichtlich Unrecht geschieht, Unfrieden gestiftet wird, „fake-news“ verbreitet werden, auf Kosten Dritter gelacht wird… Es gibt viele weitere Situationen, wo Schweigen unmöglich ist. Hier muss der Mund aufgemacht werden für die Wahrheit, für Frieden und Gerechtigkeit, für Respekt und Wertschätzung, auch wenn dies oft nicht leicht ist. Da gehört viel Mut dazu.

    Und Schweigen ist auch dann unmöglich, wenn Dankbarkeit und Glück, Freude und Begeisterung überschäumen, so wie bei den Jüngern. Im Lukasevangelium, Kapitel 19 lesen wir, wie die Jünger auf dem Weg nach Jerusalem in lauten Jubel ausbrechen. Sie loben Gott für all seine guten Taten und Wunder, die sie erlebt haben. „»Gelobt sei er, der König, der im Namen des Herrn kommt!« riefen sie. »Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!« Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. »Meister«, sagten sie zu Jesus, »verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!«“ (Lk 19,38f.) Darauf antwortete Jesus, und das ist der Monatsspruch für März: „Ich sage euch: Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien.“ (Lk 19,40)

    Es gibt Dinge, die müssen einfach gesagt werden. Manche Nachrichten verbreiten sich, ob wir reden oder schweigen, z.B. die frohe Nachricht von Jesus Christus. Sie wird kundgetan und wenn die Steine sie hinausposaunen. Es finden sich immer Wege. Für Gott ist nichts unmöglich.

    Ich möchte im März bewusster darauf achten, was ich sage und wie ich es sage. Ich möchte mich dabei von diesem Vers aus dem Brief des Paulus an die Epheser leiten lassen: „Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.“ (Eph 4,29)

    Diakonin Susanne Bühler


    Februar 2021

    Sprechzeiten

    „Ich habe es mir aufgeschrieben“, höre ich meinen Gesprächspartner sagen. Und ich weiß: es steht fest. Der andere nimmt sich zum vereinbarten Termin Zeit für mich. Der andere kümmert sich um mein Anliegen. Das freut mich. Ich notiere es mir ebenfalls, damit auch ich daran denke und es nicht vergesse.

    „Freut euch, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind!“ So lautet der Monatsspruch für Februar. Freut euch, denn Gott nimmt sich Zeit für euch. Er hat unsere Namen notiert, weil jeder einzelne ihm wichtig ist. Wir können im Gebet zu ihm kommen. Er hat Zeit am Morgen und am Abend. Wenn wir an einer roten Ampel warten oder Kochen. Wann immer wir uns Zeit nehmen für Ihn, hat Gott Zeit für uns.

    „Der Herr denkt an uns und segnet uns“, so singen es die Kigo- und Jungscharkinder am Ende eines jeden Treffens. Der Herr denkt an uns, auch jetzt, wenn wir dies nicht gemeinsam singen können. Er verliert uns nicht aus dem Blick. Er sieht, was uns beschäftigt und hört uns aufmerksam zu, wenn wir ihm dankend, bittend und klagend all das hinlegen, was uns in diesen Tagen und Wochen umtreibt. Und vielleicht können wir dann etwas spüren, von dem, was Johanna und Melanie Schmidt in ihrem Lied beschreiben: „Vor dir kommt mein Herz zur Ruhe. Vor dir atmet meine Seele auf. (…) Vor dir mach ich meine Fäuste auf. Vor dir darf ich deine Wahrheit sehn. Vor dir müssen alle Schatten fliehn. Vor dir. In deinem Licht will ich leben und (…) dir mein Leben anvertraun.“

    Auf unseren Sommerfreizeiten sind wir jeden Morgen mit einer Andacht und dem Lied „Hell strahlt die Sonne“ gemeinsam in den Tag gestartet. (An dieser Stelle schicke ich ganz herzliche Sommer-Erinnerungsgrüße an euch, die ihr dabei wart und jetzt sicherlich anfangt zu singen J) Und am Abend haben wir den Tag gemeinsam beschlossen mit diesem Gebet, welches ich Euch und Ihnen gerne als Abendgebet für diesen Monat mitgeben möchte:

    Am Ende dieses Tages geben wir dir zurück, was du uns gegeben hast.

    Nimm von uns alle Last und bleibe bei uns mit deiner Kraft.
    Vergib uns die Worte, die wir zu viel gesprochen haben,
    und die wir hätten sagen sollen.
    Verzeih uns, wenn wir anderen zur Last gefallen sind
    und hilf uns zu tragen, wo sie es uns schwer gemacht haben.
    Schenk Ruhe unserer Seele und Richtung unseren Gedanken.
    Sei bei den Menschen, die wir lieb haben und halte sie und uns bei dir.
    Schenk uns einen guten Schlaf und lass uns in deinen Armen ruhen.
    Amen

    Diakonin Susanne Bühler




    Januar 2021

    Monatsspruch Januar

    Silvester war viel ruhiger als sonst. Viel weniger Silvesterknaller als in den letzten Jahren haben den Himmel erhellt. Dafür leuchteten die Sterne hell und klar. Sie wurden nicht vom Silvesternebel verdunkelt, sondern leuchteten sichtbar die ganze Nacht hindurch.

    "Viele Menschen fragen: »Wer wird uns bessere Zeiten bringen?« Lass das Licht deines Angesichts über uns leuchten, Herr!" Diese Frage und Bitte aus dem 4. Psalm stehen als Monatsspruch über dem Beginn des neuen Jahres. Eine Frage, die sicherlich viele Menschen beschäftigt, mehr denn je. Der Psalmbeter sucht nicht selber eine Antwort auf die Frage. Er fängt nicht an zu spekulieren, sondern wendet sich vertrauensvoll bittend an Gott. "Lass das Licht deines Angesichts leuchten über uns." Herr, wende dich uns freundlich zu, sodass wir wieder neue Hoffnung haben können.
    Vielleicht war die sternenklare Silvesternacht Gottes Antwort auf diese Bitte. Vielleicht war die sternenklare Silvesternacht Gottes Zeichen, dass er unsere Gebete, unser Fragen und Bitten hört, im neuen wie im alten Jahr.

    In diesem Sinn wünschen wir Ihnen ein segensreiches Jahr 2021. Gehen Sie im festen Vertrauen auf Gottes barmherzige, Hoffnung gebende Gegenwart durch das neue Jahr. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

    Diakonin Susanne Bühler