Rückblick auf den Pfarrfamilienaustausch Cumberland / Schiltach-Schenkenzell 2013

Im November 2012 bekamen wir eine E-Mail von Pfarrer Tim Schmidt aus den USA. Er suchte einen badischen Pfarrer, der mit ihm für einige Wochen die Kirchengemeinde tauschen würde. Super, dachten wir, so etwas hatten wir uns schon immer gewünscht. Und so geschah es: Die gesamten Sommerferien 2013 lebten, arbeiteten, feierten und beteten wir Glimpels mit den Menschen der First Lutheran Church in Cumberland, Wisconsin!

Cumberland Sommerferien 2013

Cumberland wird auch „Island City“ genannt. Der Ort zählt laut Ortsschild 2170 Einwohner und ist von mehreren Seen umgeben. Manchmal sieht man einen See links, einen See rechts der Straße, obwohl man grade noch mitten im Ort war. Größter See ist der „Beaver Dam Lake“. Oft waren wir darauf unterwegs mit Pontonboot, Jet Ski, Kajak, oder haben darin gebadet. Tiere bevölkern die Wohngegenden: Rehe, Waschbären, Streifenhörnchen. In den weiten Wäldern gibt es Bären, des Nachts hörten wir Kojoten. Und all das in einem weiten, hügeligen Land. Mit verstreuten Farmen in Schwedenrot und noch mehr Seen. Der skandinavische Hintergrund ist unübersehbar!

Skandinavische, vor allem norwegische Wurzeln hat auch die First Lutheran Church. Sie gehört zur ELCA (Evangelical Lutheran Church in America), dem größten Verbund lutherischer Gemeinden in den USA mit 4,2 Millionen Mitgliedern. Verbund ist das richtige Wort, denn die Gemeinde ist ganz selbstständig, die Kirchenorganisation hat primär unterstützende Funktion. Manche Entscheidung in der Gemeinde kann man da schneller treffen, dafür gibt es weniger Planungssicherheit als bei uns. Wichtigste Geldquelle: Die Kollekte am Sonntag, da kamen schon mal 4000 Dollar zusammen (und man bedenke: in der Sommerzeit waren nicht mal alle da!)…

Mitglied wird man, indem man sich bei der Gemeinde meldet. Man ist also nicht Mitglied einer Kirchenorganisation, sondern Mitglied der Ortsgemeinde.  Derzeit hat First Lutheran 793 Mitglieder (Tendenz steigend), der durchschnittliche Gottesdienstbesuch betrug 185 Personen im Jahre 2012, also 23,33 %. Zwei Gottesdienste gibt es am Sonntag, dazwischen „fellowship“ (geselliges Beisammensein bei Kaffee und Süßem).

Geselliges Beisammensein haben wir nicht nur nach dem Gottesdienst genossen. Wir waren fast jeden Tag eingeladen bei einer Familie der Gemeinde. Alle waren unglaublich offen, großzügig und gastfreundlich! Wir haben uns von Anfang an völlig zuhause gefühlt. Harmonisch und humorvoll verlief die Zusammenarbeit mit Dawn Hilde, der Pfarramtssekretärin und mit Bob und Diane Eastman, dem Kirchendienerpaar. Es war Sommer, darum durften wir einige Freiluftgottesdienste feiern „around the campfire“, auf dem weitläufigen Gelände der Gemeinde. Unsere Kinder liebten den Kinderspielplatz dort und fanden viele Freunde!

Überhaupt, Freunde! Eine ganze Gemeinde kennenlernen bedeutet auch, eine ganze Gemeinde wieder verlassen müssen. Der Abschied fiel schwer. Gerne denken wir zurück an viele schöne Erlebnisse vor allem in Cumberland, aber auch in Chicago und am Lake Superior. Und an die Gottesdienste mit ihren Kinderpredigten und den freundlichen weißen Gewändern. Im Gebet bleiben wir verbunden und wünschen uns, dass die Kontakte zwischen unseren Gemeinden in Schiltach-Schenkenzell und Cumberland weiter wachsen und noch mehr Freundschaften entstehen. Thanks be to God!

Christoph, Josefine, Anna-Magdalena, Sarah-Katharina und Samuel Glimpel