Pressemeldung der Evangelischen Kirchengemeinde Schiltach zum geplanten „Dankesritual für die Kinzig“ am Freitag, 14.3.2008

Als Evangelische Kirchengemeinde sehen wir uns genötigt, zum geplanten „Dankesritual für die Kinzig“ auf der Lehwiese in Schiltach am kommenden Freitag Stellung zu beziehen. Welche Differenzen auch immer zwischen der Ankündigung des Rituals in der Tagespresse und seinem tatsächlichen Vollzug bestehen mögen, so ist ein solches Ritual aus christlicher Perspektive auf jeden Fall schon dann in-akzeptabel, wenn es auch nur die Interpretationsmöglichkeit zulässt, einem Fluss könne Dank dargebracht werden. Flüsse (wie Berge, Blumen usw.) gehören nach christlichem Ver-ständnis zum Bereich des Geschaffenen, d.h. sie verdanken sich allesamt Gott dem Schöpfer, dem allein Verehrung und Dank gebührt. Einem Fluss Dank darzubringen stellt auf diesem Hintergrund eine Verwechslung von Schöpfer und Geschöpf dar, die dem Zeugnis der Bibel (Röm 1) zufolge höchst problematisch ist. Wer sein Herz an Vergängliches (Flüsse, Geld, Ansehen, Karriere…) hängt, macht sich von diesem Vergänglichen und damit auch von dessen Unzu-verlässigkeit abhängig, „ihn schützt nun kein Höherer vor dem, was er selbst zu seinem Höchsten gemacht hat“ (Karl Barth). Aufgrund dieses eindeutigen theologischen Befunds können wir unseren Gemeindegliedern nur dringend empfehlen, dem „Dankesritual für die Kinzig“ fernzubleiben. Diese Empfehlung ist für uns aus sachlichen Gründen unvermeidbar und stellt keine persönliche Kritik an den verantwortlichen Organisatoren des Wassersymposiums dar, von deren wohlmeinender Absicht wir überzeugt sind.

Im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde:
Pfarrvikar Dr. Christoph Glimpel